Erklärvideos – ein Format für die aktive Medienarbeit?

Aktuell beschäftige ich mich für ein Projekt intensiv mit Erklärvideos. Eine Kernfrage ist dabei, wie man medienpädagogische Grundprinzipien auch in der Erarbeitung von Erklärvideos mit/durch Jugendliche im einem so kompetitiven Umfeld wie Youtube realisieren bzw. verantworten kann.

Da wir mit dem Projekt noch ganz am Anfang sind, will ich dazu aber noch gar nicht so viel schreiben. Vielmehr möchte ich zwei aus meienr Sicht sehr gelungene Erklärvideos vorstellen, die man mal gesehen haben sollte.

Hannah Arendts Banalität des Bösen als 8-bit Videogame – großartig!

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Reicht zeichnen, um das Argument zu untermauern? Neben den vielen tollen gestalterischen Ideen stellt sich mir insbesondere diese Frage bei diesem Video von moveon.org.

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Mehr folgt dann an dieser Stelle, wenn wir mit dem Projekt weiter sind.

Videoeinladung zur #IdT14 „Alles unter Kontrolle? Interdisziplinäre Zugänge zum Aufwachsen in der digitalen Gesellschaft“

Dieses Jahr lädt Edda, eine digital generierte Stimme, zur 10. Interdisziplinären Tagung „Alles unter Kontrolle?“ am 28.11.2014 ein. Bei der Entwicklung des Videos haben wir durchaus die Tücken und sprachlichen Begrenzungen digitaler Sprachgeneratoren kennengelernt. Ich hoffe, dass unsere Idee plausibel ist, das Thema Digitalisierung unserer Lebenswelten bereits im First Sight-Video aufzugreifen.

Schauen Sie rein – in nur 1:45 Min. erhalten Sie einen Einblick in das Programm der #idt14.

 

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„Soziale Netzwerke als (Selbst-)Bildungsräume“ – Beitrag in C&U 95

Das Social Web als Treffpunkt, Bühne, Archiv + Kino sowie Zeitung + Zeitschrift – diese Metaphern vermitteln schnell, worum es im Social Web geht. Aber sie vermögen nicht die Besonderheiten der medialen Räume in Sozialen Netzwerkdienste zu vermitteln.

Im Heft 95 „Soziale Online-Netzwerke“ der Zeitschrift Computer + Unterricht haben Mareike Schemmerling und ich versucht, die Besonderheiten dieser (Selbst-)Bildungsräume vorzustellen und dabei auch Aufgaben und Ansatzpunkte für die pädagogische Begleitung aufzuzeigen. Diese behandeln wir unter den Fragen: Persönliche Informationen in aller Öffentlichkeit?, Wo hört der Spaß auf? sowie Freiräume oder kommerziell strukturierte Produkte?

Der Beitrag ist eine sehr stark komprimierte Bündelung von zwei Teilstudien der fünften Konvergenzuntersuchung sowie der Studie „Jugendliche und Online-Werbung im Social Web„.

Brüggen, Niels; Schemmerling, Mareike (2014): Soziale Netzwerke als (Selbst-)Bildungsräume. Soziale Netzwerkdienste im Alltag Heranwachsender und daraus resultierende Herausforderungen. In: COMPUTER + UNTERRICHT – Lernen und Lehren mit digitalen Medien, Jg. 24, H. 95, S. 10–13.

Gerade erst entdeckt habe ich, dass die im Heft genannten Links online beim Verlag als pdf abgerufen werden können. Sehr hilfreich.

„Das Social Web und die Aneignung von Sozialräumen“ – Beitrag in sozialraum.de Ausgabe 1/2014

Wir freuen uns, dass ein Beitrag von uns in der Ausgabe 1/2014 von sozialraum.de aufgenommen wurde, die Anfang dieser Woche erschienenen ist. Im Beitrag “ Das Social Web und die Aneignung von Sozialräumen. Forschungsperspektiven auf das sozialraumbezogene Medienhandeln von Jugendlichen in Sozialen Netzwerkdiensten“ greifen wir Ergebnisse aus der fünften Konvergenzstudie auf, die wir am JFF im Auftrag durch die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) durchgeführt haben.

Der Text stellt einen Diskussionsbeitrag zu den aktuell diskutierten Ansätzen dar, die Medienaneignung von Jugendlichen und die Aneignung von Sozialräumen miteinander in Verbindung zu bringen. Auf Grundlage der Darstellung verschiedener Modi des sozialrambezogenen Medienhandelns von Jugendlichen versuchen Mareike Schemmerling und ich insbesondere neue An- und Herausforderungen an Jugendliche aber auch für eine zielgruppenangemessene pädagogische Unterstützung darzustellen.

#Netzneutralität aus medienpädagogischer Perspektive

Der GMK-Bundesvorstand hat am 24. Juni 2013 ein Positionspapier zur Netzneutralität aus medienpädagogischer Perspektive verabschiedet und veröffentlicht. Einsehbar ist es hier: http://www.gmk-net.de/fileadmin/pdf/netzneutralitaet_stellungnahme_gmk.pdf

Netzneutralität wird derzeit als eines der zentralen netzpolitischen Themen angesehen, das auch die Inhalte medienpädagogischer Arbeit betrifft: das Potenzial des Internet für politische und kulturelle Teilhabe, für internetgestützte Bildung und die Chancengerechtigkeit beim Zugang zu Informationen.

Die Veröffentlichtung des Positionspapiers fand am selben Tag statt, an dem auch im Petitionsausschuss des deutschen Bundestags die Anhörung zur Online-Petition von Johannes Scheller stattfand. Diese Petition erreichte in nur drei Tagen das notwendige Quorum, um im entsprechenden Ausschuß des Bundestags gehört zu werden. Sie ist damit eines der Beispiele, welche Potenziale das Internet für die politische Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern hat. (Ein Ausschnitt aus den Tagesthemen vom 24.06.2013: http://www.youtube.com/watch?v=JmkHIz8wsmA&feature=player_embedded)

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Youth and Online Safety: Policy Debates and Challenges

Auf der IAMCR 2013 Konferenz in Dublin hatten wir die Gelegenheit in einem gemeinsamen Panel der Sektionen ‚Communication Policy and Technology‘ und ‚Audience’sowie der temporären ECREA-Arbeitsgruppe „Children, Youth and Media“ mitzuwirken. Unter dem Titel „Youth and Online Safety: Policy Debates and Challenges“ waren diese Beiträge geplant:

  • Brian O’Neill (Dublin Institute of Technology, IE) The changing face of the regulator.
  • Elisabeth Staksrud (University of Oslo, NO) The NGO: friend or foe?
  • Ulrike Wagner and Niels Brüggen (JFF – Institute for Media Research and Media Education, Munich, DE) Youth involvement in a multi-stakeholder approach to online safety: Perspectives and experiences from the ongoing Dialog Internet in Germany.
  • Sonia Livingstone (LSE, GB) ‘Knowledge enhancement’: The risks and opportunities of evidence-based policy.
  • Kathryn C. Montgomery (Amercian University, Washington DC, US) Protecting Childrens Privacy in the Era of Big Data.

(siehe auch http://www.iamcr2013dublin.org/content/session-chair-discussant-audiencecpt-joint-panel-ecrea-twg-children-youth-and-media-panel-%E2%80%98y )

Eine Dokumentation des Beitrags von Ulrike Wagner und mir findet sich auf den Seiten des JFF unter: http://www.jff.de/jff/publikationen/buecher/titel/art/christa-gebel-neue-probleme-loesen-die-alten-nicht-ab-kopie-1/

Amselben Tag fand auch ein RL-Treffen der ECREA-TWG „Children, Youth and Media“ statt, bei dem dieses Bild entstand:

Mitglieder der ECREA-TWG "Children, Youth and Media" auf der IAMCR 2013 in Dublin
Mitglieder der ECREA-TWG „Children, Youth and Media“ auf der IAMCR 2013 in Dublin

Zur Legitimität von Online-Partizipationsprojekten zur Jugendbeteiligung

Eine zentrale Frage angesichts der derzeit vielfach mit großen Erwartungen verbundenen Partizipationsoptionen im Internet ist, wann oder wodurch solche Projekte bzw. deren Ergebnisse als legitimiert angesehen werden können. Insbesondere, wenn es um die Zielgruppe Jugendliche im Speziellen oder auch Jugendliche als Teil der Gesellschaft geht.

Beim Werkstattgespräch des Projektes youthpart im Oktober 2011 in Berlin wurde diese Frage in einer Arbeitsgruppe andiskutiert und als Teil einer gemeinsamen Dokumentation der Diskussion notiere ich hier einige Gedanken im Nachgang.

Die zunächst eingebrachte Formel „Legitimität erreicht ein Projekt dadurch, dass möglichst viele die Möglichkeit haben, sich einzubringen.“ stieß zwar grundsätzlich auf Zustimmung. Hinsichtlich der konkreten Umsetzung wurde in der Diskussion aber betont, dass dabei unbedingt unterschiedliche Ressourcen und Voraussetzungen von Jugendlichen berücksichtigt werden müssen. Das aktive Vermitteln von Information zum Thema (oder aus der Perspektive der Jugendlichen formuliert: die unterstützte Möglichkeit, sich relevante Informationen anzueignen) stellt dabei nur eine unverzichtbare Grundlage dar. Partizipationsprojekte mit Medien müssen immer mitreflektieren, dass Medienhandlungsweisen sozio-kulturell differenziert sind und wie anschlussfähig die angebotenen Partizipationsoptionen für unterschiedliche Gruppen sind. Am konkreten Beispiel verdeutlicht ist ein textorientiertes Forum mit Abstimmungsmöglichkeiten, das zwar öffentlich und aus technischer Sicht ‚barrierefrei‘ zugänglich ist, zu hinterfragen, da hinreichend belegt ist, dass diese Angebote Barrieren auf der Ebene der Medienumgangsweisen bergen und bestimmte Zielgruppen derartigen Angeboten tendenziell distanzierter gegenüber stehen. Barrierefreiheit greift demnach als Kriterium zu kurz, um zu bestimmen, ob tatsächlich möglichst viele die Möglichkeit hatten sich einzubringen. Vielmehr müssen mindestens zwei weitere Dimensionen betrachtet werden: die Passung mit Medienumgangsweisen der Nutzenden, die erreicht und beteiligt werden sollen, sowie Unterstützungsangebote bei der Partizipation, mit denen Jugendliche ggf. ePartizipation auch erst kennen lernen. Als Unterstützungsangebot dürfte dabei eine online-Ressource (eine FAQ-Liste oder ähnliches) nicht ausreichen. Denn alle bisherigen Erfahrungen sprechen dafür, dass Angebote, die allein auf online-basierte Optionen wie bspw. eine Webpräsenz setzen, nicht in der sozio-kulturellen Breite der Bevölkerung angenommen werden. Oftmals sind es eher bildungsprivilegierte, also formal höher gebildete Zielgruppen, oder aber bestimmte Szenen, die bei entsprechenden Angeboten aktiv werden.

Ein für mich anregender Impuls war vor diesem Hintergrund die Unterscheidung zwischen Input- vs. Outputlegitimation aus der politikwissenschaftlichen Diskussion. Während sich bei ersterem Legitimation durch ein bestimmten Kriterien entsprechendes Verfahren begründet, fundiert sie sich bei zweitem durch ein gutes und dadurch legitimiertes Ergebnis. In meiner Erinnerung des Gespräches waren wir uns hinsichtlich der Gestaltung von ePartizipationsprojekten einig, dass die Kriterien für die Verfahren weiter zu entwickeln und zu diskutieren sind. Eine erste Bündelung auf Grundlage der Diskussion habe ich mit der folgenden Tabelle versucht.

Zugang Prozess Output
Barrierefreiheit
.
Unterstützungsleistungen

.
Verbindung von online- und offline-Optionen
.
Stellvertreterprinzip (ggf. in der pädagogischen Arbeit über Workshops)
.
Verifikation
Tranzparenz
von vornherein

(Regeln sind im Vorfeld bekannt sowie Ziele und Verwendung der Ergebnisse klar kommuniziert)
.
Delegation (hier gab es eine lebhafte Diskussion, wie dies zu realisieren ist bzw. was dabei zu beachten sei)
.
Austausch mit EntscheidungsträgerInnen (nicht erst als Ergebnis, sondern als Teil des Prozesses, dass sich die EntscheidungsträgerInnen erkennbar mit den Argumenten auseinandersetzen)
Begründung der Entscheidung als Teil des Outputs (steht in Verbindung mit dem Austausch mit EntscheidungsträgerInnen)
.
Bildungsprozesse bei den Jugendlichen(Emanzipation und Selbstermächtigung als Ziele)

Ein zentrales Qualitätskriterium, das die Legitimität eines ePartizipationsprojektes komplett unterlaufen kann, ist die Form der Partizipation. Ein Projekt nach dem Motto ‚Have your say – and we do what we planned anyway‘ verdeutlicht, dass es sich bei derartigen Projekten eigentlich gar nicht um Partizipation handelt. Fehlformen von Partizipation können keine legitimierten Ergebnisse begründen. Hilfreich ist hierbei die Differenzierung unterschiedlicher Formen von Partizipation (siehe Wagner 2009 oder UAG Partizipation im Dialog Internet 2011). Unterschieden wird hier zwischen:

  • Formen der Beteiligung von Teilhabe bis Mitbestimmung
  • Formen der Selbstbestimmung und Selbtorganisation
  • Fehl-Formen, in denen Kinder und Jugendlichen nicht selbst entscheiden können

Zu diskutieren wäre in der Folge, ob den unterschiedlichen Stufen von Partizipation auch unterschiedliche Qualitäten der Legitimität der Ergebnisse zugerechnet werden können. Eine Entscheidung, bei der man nur mitwirken (bspw. kommentieren) konnte, hat aus Sicht der beteiligten Subjekte sicher einen anderen Grad an Legitimation als eine Entscheidung, bei der man selbst an der Entscheidung selbst beteiligt war und ‚bestimmen‘ konnte. Aufbauend auf den oben genannten Mindestvoraussetzungen (Zugangs- und Barrierefreiheit, Information und Unterstützungsangebote) erscheint mir die Frage nach den realisierten Partizipationsformen die zentrale zu sein. Sie kann allerdings nur in einer differenzierten Betrachtung des Prozesses wie auch der Umsetzung der Ergebnisse bewertet werden. Legitimation in ePartizipationsprojekten kann demnach nie im Voraus (anhand bestimmter Kriterien) bestimmt werden, sondern immer erst abschließend im Rückblick. Kriterien (bspw. in der oben skizzierten Sammlung) können allerdings zur Einschätzung dienen, ob Aussicht auf Ergebnisse besteht, die als legitimiert bewertet werden können.

Edit-Info: Dies ist eine ergänzte Version eines früheren Blogposts.

Linktipp für Podpeople: On the Media on „Will the internet deliver us or destroy us?“

Mit der Sendung vom 18. Februar 2011 von „On the Media“ möchte ich mal wieder auf einen Podcast aus der US-amerikanischen „Public Radio“-Landschaft hinweisen.

In der Livesendung gehen „Brooke and Bob“ (die Hosts der Sendung) verschiedenen Utopien und Dystopien über mit dem Internet verbundenen Veränderungen im Sozialleben, für die Einzelnen wie auch die Gemeinschaft, nach. Meiner Meinung nach ist es eine recht unterhaltsame Aufarbeitung von auch in Deutschland immer wieder diskutierten Fragestellungen. Dabei wird der wissenschaftliche Diskurs recht humorvoll aufgegriffen, da für jede Frage jeweils wissenschaftliche Positionen, die für die utopische bzw. dystopische Position sprechen eingebunden werden.

Aber jetzt nicht mehr Worte über den Podcast, sondern vielmehr der Link: http://feeds.wnyc.org/~r/onthemedia/~3/11_eh6Jk9dA/18

Viel Spaß!

„The weapon of the strong“ – Die Bedeutung von Medienkompetenz für politisches Engagement online

Der US-amerikanische Wahlkampf 2008 kann als Startpunkt für eine neuerliche Diskussion über die Potenziale der Beteiligung und Partizipation von Jugendlichen über das Internet gesehen werden. „The Obama effect“ wird das Phänomen benannt, dass der damalige Präsidentschaftskandidat Barack Obama in seinem Wahlkampf 2008 scheinbar insbesondere über Online-Aktivitäten junge Wählerschichten erreichen, diese für seine Themen und schließlich zu einer Stimmabgabe für ihn motivieren konnte. Seither tauchen in der Debatte zur politischen Bildung in Deutschland facebook und Twitter immer wieder auf, neue Konzepte werden insbesondere unter Einbezug der neuen Möglichkeiten online gefördert/ausgezeichnet und auch die politischen Parteien haben die sozialen Netzwerkdienste für sich entdeckt.

Zwischen blinder Hoffnung und blockierender Skepsis können eine Vielzahl von Positionen in der aktuellen Debatte ausgemacht werden. (Mit einer Literaturexpertise haben wir erst kürzlich einen Einblick in die aktuelle internationale Debatte zusammengestellt.)

In einem aktuellen Podcast des Berkman Center for Internet & Society at Harvard Law School stellen nun die ehemaligen Berkman Fellows Eszter Hargittai and Aaron Shaw ihre Studie „The Internet, Young Adults and Political Participation around the 2008 Presidential Elections“ vor.
Viele Ergebnisse, die sie vorstellen, sind weitgehend konsistent zu der vorliegenden Forschungslage, weshalb der Vortrag insbesondere in den Nebensätzen einen Überblick über den Stand der Forschung erlaubt. Und wenngleich einige der Ergebnisse ihrer Untersuchung US-amerkanischer Studierender (nur) speziell für die Vereinigten Staaten aussagekräftig sind (bspw. die Ergebnisse hinsichtlich der ethnischen Gruppen), erscheint mir eines ihrer zentralen Ergebnisse doch übergreifend aussagekräftig zu sein: (ab ca. 23:30)

Internetnutzung (insbesondere von Sozialen Netzwerkdiensten) und Medienkompetenz („skills“) stehen in einem Zusammenhang mit politischem Engagement im weiteren Sinne.

Das erscheint mir deshalb von Bedeutung zu sein, da immer wieder die Bedeutung von Internetdiensten und von Online-Beteiligungsprozessen diskutiert wird, ohne die dafür notwendigen Voraussetzungen auf Seiten der Nutzenden in den Blick zu nehmen. Vielmehr werden diese oftmals stillschweigend vorausgesetzt.

Insofern erscheint mir diese Studie (neben anderen) relevant, da sie auf die Bedeutung von Medienkompetenz (neben anderen Faktoren) in einem komplexen Zusammenhang zu politischem Engagement heute hinweist. So schließt Shaw mit der leider doch immer wieder notwendigen Klarstellung, dass nicht der Zugang zum Internet bzw. dessen Verfügbarkeit politisches Engagement „bewirkt“.
Vielmehr ist darauf zu blicken, wer es (mit welchen Voraussetzungen) wie für welche Zwecke einsetzen kann und wie diese Möglichkeiten denjenigen eröffnet werden können, die sie nicht eigenständig erschließen können.